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Emo (→ emotional Hardcore) bezeichnet ursprünglich ein Subgenre des Hardcore-Punks, auch Emocore genannt, das sich durch das stärkere Betonen von Gefühlen wie Verzweiflung und Trauer sowie durch die Beschäftigung mit persönlichen Themen wie Liebe und Freundschaft auszeichnet.

Generell gestaltet sich die Definition von Emo schwierig, weil die Genre-Bestimmung und die daraus resultierende musikalische Einteilung innerhalb der Hardcore/Punk Szene - zumindest in den Anfangstagen - nicht in diesem Maße vorhanden war. Viele sehen den Begriff, ähnlich wie beim Grunge, als einen von außen hineingetragenen Musikbegriff für eine Art von Musik, die so gar nicht abgrenzbar ist.

Guy Picciotto, der unter anderem in der Band Rites of Spring spielte, sagte dazu in einem Interview:

„I've never recognized ‚emo‘ as a genre of music. I always thought it was the most retarded term ever. I know there is this generic commonplace that every band that gets labeled with that term hates it. They feel scandalized by it. But honestly, I just thought that all the bands I played in were punk rock bands. The reason I think it's so stupid is that - what, like the Bad Brains weren't emotional? What - they were robots or something? It just doesn't make any sense to me.“

(dt. etwa: „Für mich war ‚Emo‘ nie ein Musikgenre. Ich hielt es für den dümmsten Begriff überhaupt. Es gibt diese Binsenweisheit, dass alle Bands, die als Emo bezeichnet werden, den Begriff hassen, sie fühlen sich stigmatisiert. Ehrlich gesagt dachte ich, all die Bands in denen ich spielte seien Punkrockbands gewesen. Emo halte ich für einen dämlichen Begriff, schließlich spielen auch Bands wie die Bad Brains emotionale Musik, das sind ja schließlich keine Roboter oder sowas. Es ergibt schlicht keinen Sinn.“)

In den 1990er-Jahren wurde der Begriff Emo zunehmend auch für einige Bands verwendet, die stärkere Einflüsse aus dem Bereich des Indierock in ihre Musik integrierten. Emo wurde zum Ende der Achtziger immer experimenteller und nahm immer mehr Merkmale des auch aus Hardcore/Punk-Kreisen entstanden Indierocks auf. Als Startpunkt dieser Entwicklung wird oft das Album Diary von Sunny Day Real Estate aus dem Jahr 1994 gesehen.

Steve Huey (All Music Guide) Beschrieb die Band und das Album wie folgt:

„Diary, virtually defined emo in the 90s. Diary was the album that made emo accessible, fusing its gnarled guitars and nakedly emotional vocals with more than a hint of melodic Seattle grunge.“

Weitere Bands, die den Indierock-lastigen Emo prägten bzw. prägen sind vor allem auch The Get Up Kids, Texas is the Reason, The Promise Ring und Jimmy Eat World.

Generell ist eine stilistische Beschreibung von Emo wegen der großen Differenzierung innerhalb, gerade auch mit Blick auf die eher vom Indierock geprägten Emobands, schwierig. Das Hauptaugenmerk liegt deshalb auf dem klassischen „emotional Hardcore“.

Musikalisch gesehen handelt es sich bei Emo im weitesten Sinne um eine Form von Post-Hardcore, jedoch deckt der Begriff aber längst nicht alle Möglichkeiten des Subgenres mit ab. Die Unterscheidung zwischen „nur“ Post-Hardcore-Bands und Bands, die auch dem Genre Emo zugeschrieben werden ist deshalb teilweise schwierig. Ursprünglich basierte Emo auf dem typischen Mid-Tempo Washington D.C. Hardcore-Punk-Sound. Ein punkiges Schlagzeug traf damals auf laute verzerrte Gitarren, wobei sich wildere und schnellere Parts mit langsameren Abwechselten. Gesanglich prägte vor allem der Gesang von Ian MacKaye, der zwischen leisen Melodien und emotionalen Schreien wechselte, den Sound von Emo.

Musikalisch gesehene Besonderheiten des heutigen Emos sind - wie beim Post-Hardcore oft üblich - die Wechsel im Gesang (Clean und Schreien), im Tempo und der Lautstärke, sowie die auch hier meldiöseren und komplizierten Riffs der Gitarren. Anders als beim normalen Post-Hardcore sind die noch experimentierfreudigere Songstruktur, der stärkere Einbau von langsamen Textstellen und Liedern, die Eindeutig zum großen Teil stark emotionalen Texte, in denen es eher um Liebe, Trauer, Verzweiflung aber auch oft andere Alltagsprobleme geht, weniger sind politische Themen vorhanden. Experimentell werden oft auch Synthies und Keyboards verwendet.

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